Ein paar Gramm,
die Geschichte schrieben

Der Traum der Menschheit, seit sie träumen kann: Fliegen! Sich in der Luft bewegen wie ein Vogel, Freiheit empfinden, Mobilität. Die Brüder Wright machten den Anfang mit ihrer Flugmaschine. Seitdem hat eine atemberaubende Entwicklung für ständig neue Superlative gesorgt. Ein Name steht besonders dafür: der Airbus.
Der Himmel über Toulouse ist himmelblau und wolkenlos. Wir schreiben den 27. April 2005, ein Datum, das in die Geschichte der Luftfahrt eingehen wird. Auf der Landebahn des Flughafens von Toulouse-Blagnac steht ein wahres Monstrum von Flugzeug. Seine weiße Außenhaut spiegelt sich in der Sonne. Die Ausmaße sind gigantisch: Fast 73 Meter lang, gut 24 Meter hoch, Flügelspannweite knapp 80 Meter – eine Dimension, die nie zuvor bei einem anderen Flugzeug erreicht worden ist.

Langsam rollt der gewaltige Vogel auf seine Startposition. Tausende von Zuschauern haben sich an diesem Vormittag rund um das Flugfeld postiert. Sie warten gespannt auf den Moment, in dem die riesigen Turbinen zu rotieren beginnen und in dem Kapitän Jacques Rosay das Kommando "Voller Schub" geben wird.

Dann, endlich, ist es soweit. Die Motoren heulen auf, das Flugzeug kommt langsam in Fahrt, wird immer schneller, immer  schneller. Das Bugrad hebt sich sanft vom Boden ab, dann folgt der gewaltige Corpus der Maschine, und als sie schließlich zur Gänze in den Himmel sticht, die Nase immer noch steil nach oben gerichtet, da brandet Beifall auf unter den vielen Zaungästen rund ums Flugfeld.

Sie werden später sagen: Jawohl, wir sind dabei gewesen – an jenem Tag, als der erste Airbus A 380 in die Luft gestiegen ist, das Flugzeug mit der Seriennummer 001! Nur sechs Mann waren an Bord bei diesem ersten Test – allesamt Piloten bzw. Bordingenieure. Dabei passen eines Tages, wenn diese Maschine im Linienflug eingesetzt werden wird, etwa 600 Passagiere in dieses größte Passagierflugzeug der Welt, Abfluggewicht 560 Tonnen. Einige Gramm dieser 560 Tonnen, allerdings einige sehr
entscheidende, sind in Leutkirch gefertigt worden: Kugellager von myonic!

Im Navigationssystem des A 380 sorgen sie dafür, dass der Horizont, an dem sich die Piloten orientieren, stets in einer stabilen Position gehalten wird. Das ist für die Sicherheit dieser Maschine und vieler anderen aus der Airbus-Produktion, die mit den gleichen Lagern ausgerüstet sind, unabdingbar. Denn geht die Stabilität des Horizonts, zum Beispiel bei Kurvenflügen, verloren, ist solch ein Flugzeug kaum noch zu manövrieren. Die Piloten würden die Orientierung verlieren. Jacques Rosay und seine Begleiter verlieren an diesem 27. April 2005 zu keiner Sekunde die Orientierung. Alles, auch das Navigationssystem mit den myonic-Lagern, arbeitet problemlos. Nach 3 Stunden und 54 Minuten Flug setzt Rosay den Airbus A 380 001 sicher auf der Landebahn von Toulouse-Blagnac wieder auf. Dieses Ereignis hat in der Luftfahrtgeschichte eine neue Epoche eingeläutet.

Und myonic ist Teil dieser Geschichte – ein kleiner zwar, aber doch ein ungeheuer wichtiger.