"Tatort" Labor – oder: Eine ganz reale Geschichte.

Fernsehkrimis sind reine Fiktion. Erfundene Geschichten. Nicht raue Wirklichkeit, sondern nur daran angelehnt. Anschließend übersetzt in eine bunt gefilmte Welt des schönen oder auch bösen Scheins. Allerdings: Ein Stück reale Welt ist auch dabei – zumindest im "Tatort".
Sonntagabend, 20:15 Uhr. Deutschland vor dem Fernsehapparat. Eine Melodie, die seit Jahren ins Ohr geht, ein Augenpaar mit klarem, blauen Blick. Dann schlingt sich ein weißer Kreis um eines der Augen – Sekunden später erscheint ein Schriftzug auf dem Schirm: "Tatort"! Eine deutsche Krimi-Institution mittlerweile, der Dauerbrenner der ARD, alle 14 Tage, immer mit unterschiedlichen Kommissaren oder Kommissarinnen. Und doch, in einem Detail, fast immer gleich: Das Labor, in dem nicht selten entscheidende Spuren entdeckt werden, in dem gelegentlich sogar ein Fall aufgeklärt wird, dieses "Tatort"-Labor, in dem die Spezialisten das Blut untersuchen, nach einer DNA fahnden oder eine Haarprobe unterm Mikroskop analysieren: dieses Labor stammt von Waldner! Sauber, übersichtlich, effektiv. Eine Wohltat an Funktionalität für die Forscher und Experten, die darin arbeiten. Natürlich keine realen Forscher und Experten, sondern Kunstfiguren. Real freilich ist im "Tatort" das Labor – Original-Waldner von vorn bis hinten, von oben bis unten, von der ersten bis zur letzten Schraube.

Weil die Drehbücher es so vorschreiben, bewegen sich die Kommissare – ob Ballauf und Schenk, Bienzle, Frau Lindholm oder all die anderen – regelmäßig in diesem Ambiente. Denn hier wird ihnen meistens Hilfe versprochen bei der Aufklärung ihrer stets komplizierten Fälle. Manchmal halten sich Ballauf und Schenk, Bienzle oder Frau Lindholm sogar in einem überaus ungewöhnlich
wirkenden Labor auf. Unten steht das, was man aus Laboren so kennt – Tische, Becken, Lampen, Mikroskope, aber oberhalb, über Kopfhöhe, verläuft fast unscheinbar ein verkleideter Strang, 80 Zentimeter etwa breit. Eine Art abgehängter Weg, an der Decke befestigt. Eine Innovation, die Waldner Laboreinrichtungen 1997 auf den Markt gebracht hat, ein weltweites Patent: der Medienflügel! Während unten die Kommissare mit gerunzelter Stirn den Experten bei der Arbeit zuschauen und auf schnelle Ergebnisse warten, arbeitet oben an der Decke das Medienver- und -entsorgungssystem. Ein Wunderding der Ingenieurskunst, multifunktional, platzsparend: Hier gibt es Strom, hier werden Gase abgesaugt und die Abluft; hier gibt es eine Gegensprech- und eine Lautsprecheranlage; das Abwasser aus den Spültischen, die sogar mobil herangekarrt werden können, wird geräuschlos hochgepumpt in diese Allzweckvorrichtung. Was für die Wissenschaftler bei deren Arbeit den Vorteil bietet, dass sie genügend Bewegungsmöglichkeiten haben – weil nichts mehr neben den Labortischen herumsteht, das Platz kostet und das Forschen beeinträchtigen könnte.

Am Ende des "Tatorts", nach spannenden anderthalb Stunden, sind alle Fragen beantwortet. Der Fall ist geklärt. Die Gerechtigkeit hat gesiegt. Und bei den Einschaltquoten ist die Sendung, wie immer sonntags, natürlich wieder mal die Nummer 1. Ganz wie Waldner. Typisch!